Urlaub, Ferien und Änderung der geistigen Leistungsfähigkeit

Schulferien und Arbeitsurlaub können erhebliche Einwirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit haben, speziell auf die fluide Intelligenz bzw. Arbeitsspeicherkapazität ... und auf die kommt es ja in einer Gesellschaft an, in der ihre Bürger ständig mit Neuigkeiten konfrontiert werden.

 

Ob dieser vorübergehende Rückzug vom schulischen oder beruflichen Alltag das Leistungsvermögen steigert oder herabsetzt, hängt von der Gestaltung ab. Wie stark der Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit ist, wird von der Dauer und der Häufigkeit der Ferien bzw. des Urlaubs mitbestimmt. Bei Schülerinnen und Schülern wurde nachgewiesen (s. a. am Ende des Kapitels 1. die Datei "Gefährdete Urlauberköpfe"), dass sich der Abstand zwischen denen, die die Ferien nutzen, um sich geistig fitter zu machen und denen, die sich während dieser Zeit gehen lassen, von Ferien zu Ferien zunehmend vergrößert.

 

Es folgen

 

  1. Sommerlernverlust und Urlaubsverdummung
  2. Ferien und Urlaub nutzen für höheres geistiges Leistungsniveau
  3. Durch Ferien und Urlaub mehr Kompetenz über mentale Fitnessförderung

 

1. Sommerlernverlust und Urlaubsverdummung

Wie kamen wir zu der Erkenntnis, dass Faulenzerurlaub und folglich auch so manche Schulferien die geistige Leistungsfähigkeit herabsetzen? Oder wie es die Massenmedien plakativer formulierten: dumm machen?

 

In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts waren in unseren Arbeitskreisen zwei rasch abnehmbare Tests entwickelt worden. Der eine von ihnen maß das kristallisierte und der andere das fluide Intelligenzniveau (näheres hierzu unter "Was die geistige Fitness mindert"). Im Gegensatz zu ersterem hängt das Messresultat von letzterem stark von aktuellen Leistungsminderungen ab. Die Idee war nun, bei Patienten auf Klinikstationen, die nur zur Beobachtung in den Kliniken waren, zu messen, wie sich die Ergebnisse in beiden Intelligenztests mit zunehmender Aufenthaltsdauer entwickeln. Für den Test für kristallisierte Intelligenz namens "MWT-B" (näheres hierzu unter "Was die geistige Fitness mindert") wurde erwartet, dass sich dessen Ergebnisse nicht änderten. Im Test für fluide Intelligenz, der primär die Arbeitsspeicherkapazität erfasste (näheres hierzu unter "Was die geistige Fitness mindert") - so waren die Annahmen -, würden die Messresultate abfallen.

Die Begründung dafür lag in den folgenden damals schon vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen:

 

  1. Bei sensorischer Deprivation, also geringen Anregungen der Sinne wie bei mehrtägigen Aufenthalten in Höhlen und demnach wohl auch im Krankenhaus, sinkt der IQ in Testungen, die mehr oder weniger auch fluide Intelligenz erfassen.
  2. Die gleichen Folgen wie 1. hat die soziale Deprivation.
  3. Bewegungsmangel geht ebenfalls mit Minderungen flüssiger Intelligenzleistungen einher.

Die Testungen von Patienten, die sich zur Beobachtung in Kliniken befanden, bestätigen die Annahmen. Der Unterschied zwischen dem kristallisierten und fluiden IQ wuchs mit zunehmender Aufenthaltsdauer. 

 

 

IQ-Abfall nicht nur in Klinik
Patienten zur Beobachtung in Kliniken: sensorisch, motorisch und sozial wenig angeregt und befreit von Verantwortung. Wie im Faulenzerurlaub

 

Beim Versuch, die Bedingungen für den raschen aktuellen geistigen Leistungsabfall aufzuklären, kam noch eine Erkenntnis hinzu: Die Patienten brauchten sich um fast nichts kümmern. Sie waren von der Verantwortung, die sie im Alltag für die Familie und im Beruf hatten, nahezu befreit. Selbst um das Frühstück, Mittagessen, den Nachmittagskaffee und das Abendessen mussten sie sich nicht kümmern. Sie konnten ein Leben führen wie im Faulenzerurlaub.

 

Es lag nahe, die Klinikaufenthalte, die eigentlich dem Zweck der Beobachtung dienten, als Modell für geistig unterfordernde Ferien und Faulenzerurlaub zu nehmen. Über Schulferien wurden inzwischen viele Studien durchgeführt und die an erwachsenen Patienten gewonnenen Ergebnisse prinzipiell für Schülerinnen und Schüler bestätigt. Ihre während der Schulzeit erworbenen Kompetenzen fielen übermäßig stark unter das vor Ferienantritt erworbene Niveau. Gleiches traf für die fluide geistige Leistungsfähigkeit zu (siehe Dateien über den "Sommerlernverlust" und "Gefährdete Urlauberköpfe").  

 

Geistige Leistungsminderungen
Viele Schülerinnen und Schüler brauchen so lang wie die Ferien waren, um danach wieder auf den alten Stand zu gelangen

 

Zusätzliche Erkenntnisse
Von Ferien zu Ferien vergrößert sich der Abstand zwischen denen mit geistiger Unterforderung und denen, die die Ferien förderlich gestalten

 

 

Wer mehr aus sich machen will, kann selbstverständlich die Ferien bzw. den Urlaub nutzen. Dafür bieten sich zwei, einander ergänzende Arten von Maßnahmen an:  

 

  • Die mangelnde geistige Anregung durch Übungen und "gehirngerechte" körperliche Maßnahmen ausgleichen
  • Einiges Wissen über sich erwerben, um sich geistig selbst fördern zu können (Arbeitsspeicher-Management).    

 

 

2. Ferien und Urlaub nutzen für höheres geistiges Leistungsniveau

Zum Ausgleich von geistigen Unterforderungen in den Ferien bzw. im Urlaub eignen sich mentale Übungen, wie sie unter "MAT-Übungen für Sie!" vorgestellt werden.

Um deren Effekte möglichst noch zu erhöhen, sind auch die körperlichen Maßnahmen zu beachten, die unter "Wichtige Grundlagen" auf den Webseiten "Die SOMECO-Treppe" vorgeschlagen sind. Hier kommt den Unterwebseiten "--- Essen und Trinken", "--- Bewegung", "--- Schlafen" und "--- Sinnestüchtigkeit" eine besondere Bedeutung zu.   

 

 

3. Durch Ferien und Urlaub mehr Kompetenz über mentale Fitnessförderung

Wer mit möglichst wenig Aufwand einen großen Nutzen erzielen will, eignet sich Kompetenz über das Management des Arbeitsspeichers, also über Brain-Tuning an. Dazu gehört die Kenntnis von zentralen Begriffen bzw. Modellen wie "Arbeitsspeicher", "Aktivationsmodell" oder "mentaler Aktivitätszyklus". Sie finden Sie immer wieder auf dieser Website beim Herumblättern auf den verschiedenen Websites und werden mit der Zeit vertraut damit. Einen systematischen Überblick gibt das Buch "Brain-Tuning".  

Auf diese Website kommen Sie auch von den meisten Ferien- und Urlaubsorten aus, und das Buch "Brain-Tuning" können Sie im Handgepäck mitnehmen. 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                           25.12.2015