Geringes Selbstvertrauen

Es folgen

 

  1. Was ist darunter zu verstehen?
  2. Spezifische Maßnahmen zur Förderung des Selbstvertrauens

  3. Braintuning.MAT als allgemeines Programm zur Förderung des Selbstvertrauens

  4. Besonderheiten beim Braintuning.MAT in der Anwendung auf Personen mit geringem Selbstvertrauen

1 Was ist darunter zu verstehen?

Der Begriff des geringen Selbstvertrauens ist in der deutschen Sprache gut verankert und bedarf deshalb keiner weiteren Präzisierung. Bedeutungsverwandte Ausdrücke sind geringes Selbstwertgefühl, geringe Selbstschätzung oder geringe Selbstachtung.

Betroffene leiden unter sich und trauen sich im hier interessierenden Bezug, der geistigen Leistungsfähigkeit wenig zu. Ein damit verwandter moderner wissenschaftlicher Terminus ist die "geringe Selbstwirksamkeitserwartung". Um sich in dieser Hinsicht einzuschätzen, gibt es eine einfache Skala, die SWE (= Skala zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung) nach Matthias Jerusalem und Ralf Schwarzer, die im Internet öffentlich zugänglich ist.  

[http://psymet03.sowi.uni-mainz.de/meinharg/Lehre/SS2010/SPSSKurs/Termin_1/SWE_Beschreibung.pdf]

 

Um sich nach der Bearbeitung dieser Kurzskala in Bezug auf die deutsche Bevölkerung einschätzen zu können, liegen Normen vor, die ebenfalls im Internet eingesehen werden können.

[http://userpage.fu-berlin.de/~health/swe_norm.pdf] 

Zu beachten ist, dass bei besonders hohen Werten in der SWE (37-40 Punkte) die Gefahr einer unrealistischen Selbstüberschätzung besteht, die wiederum leistungsmindernd wirkt (siehe "Maßnahmen gegen Defizite", Abbildung 3, Merkmale der geistigen Fitness und mentalen Gesundheit). 

 

Zwischen der Ausprägung des Selbstvertrauens und geistiger Fitness bzw. Leistungsfähigkeit besteht der folgende Zusammenhang:

   

  • Ein geringes Selbstvertrauen kennzeichnet eine wenig ausgeprägte geistige Fitness und schränkt die mentale Leistungsfähigkeit ein. Da die Betroffenen sehr viel Energie und somit einen hohen Anteil an geistiger Fitness dafür verbrauchen, mit sich selbst fertig zu werden, bleibt wenig für die Bewältigung anderer geistiger Aufgaben (z. B. schulischer oder beruflicher) übrig. Sie werden deshalb schon bei relativ einfachen und kurzdauernden mentalen Beanspruchungen überfordert.
  • Bei einem gehobenen Selbstvertrauen, das mit einem realistischen Optimismus einhergeht und nicht von Selbstzweifeln begleitet ist, kann die Energie voll für die Bewältigung geistiger Aufgaben eingesetzt werden. Personen mit dieser Eigenschaft sind ihren Möglichkeiten entsprechend in der Lage, sehr schnelle, komplexe und konzentrierte sowie langdauernde geistige Leistungen zu erbringen.
  • Hingegen neigen Personen mit einem überzogenes Selbstvertrauen, wie schon erörtert, zu unrealistischen Einschätzungen ihrer Leistungsfähigkeit. Da sie deshalb Misserfolge begünstigen, verbrauchen sie viel Energie, um diese zu vertuschen oder um ihre Erwartungen an ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit anzupassen. 

 

2 Spezifische Maßnahmen zur Förderung des Selbstvertrauens

In Kursen, die vor allem von Psychologen angeboten werden, aber auch durch schriftliche Ratgeber kann man lernen, das eigene Selbstvertrauen zu stärken. Wichtige Maßnahmen sind, die Selbstachtung zu stärken, indem man die Einstellung zu sich ändert und sich zunehmend akzeptiert ("Ich mag mich, auch wenn ich nicht perfekt bin") und sich Erfolge im privaten, schulischen bzw. beruflichen Bereich bewusst macht: Auch ein kleiner Erfolg gibt Mut und Energie weiterzumachen. Sich nicht immer mit anderen zu vergleichen, sondern sich selbst zu genügen, kann ebenfalls zu mehr Selbstvertrauen beitragen.

 

Insofern das Selbstvertrauen als Symptom im Rahmen einer depressiven Syndroms gemindert ist, wird es mit der spontanen Erholung von der Depression sowie mit dem Erfolg antidepressiver Therapien ansteigen.    

 

3 Braintuning.MAT als allgemeines Programm zur Förderung des Selbstvertrauens

Bei verschiedenen Maßnahmen im Rahmen von Braintuning.MAT haben die Messungen mit der SWE (s. o.) gezeigt, dass das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit parallel ansteigt. Das gilt nicht nur für Übungen aus dem Bereich des Mentalen Aktivierungstrainings, sondern auch für die körperliche Unterstützung wie die bessere Versorgung mit Glukose, Flüssigkeit oder die Bewegung während geistiger Aktivitäten.

Allgemein führen die verschiedenen Anwendungen von Braintuning.MAT zu dem Schluss, dass es begleitend das Selbstvertrauen bzw. die Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung fördert.  

Braintuning.MAT ersetzt nicht die oben erörterten spezifischen Maßnahmen, kann aber unabhängig zur Stärkung des Selbstvertrauens beitragen.  

 

4 Besonderheiten beim Braintuning.MAT in der Anwendung auf Personen mit geringem Selbstvertrauen 

  1. Auf die Gefahr hinweisen, dass Überforderungen Misserfolge begünstigen und dadurch das Selbstvertrauen herabsetzen. Dies gilt auch für andere Menschen.
  2. Auf die Chance aufmerksam machen, durch bewältigbare Aufgaben immer mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und tatsächlich zunehmend geistig fitter und leistungsfähiger sowie psychisch stabiler zu werden.
  3. Die Übungen leicht beginnen lassen, Fehler nicht ahnden und an die Durchhalteleistung keine hohen Anforderungen stellen.
  4. Darauf aufmerksam machen, dass man sich über gelungene Leistungen freuen sollte.
  5. Die Anforderungen an geistige Leistungen nur langsam steigern.
  6. Darauf hinweisen, dass die geistige Fitness und Leistungsfähigkeit durch "gehirngerechte" körperliche Maßnahmen erheblich gestützt werden können.
  7. Auf die "gehirngerechte" Ernährungsversorgung achten (näheres unter "Die SOMECO-Treppe", noch konkreter im Buch "Brain-Tuning").

                                                                                                                                                                  23.05.2015