GEISTIGE & KÖRPERLICHE MASSNAHMEN

Welche geistige Leistungsfähigkeit? Und wie verändert sie sich?        

     

Es folgen

 

  1. Auf den Arbeitsspeicher kommt es an
  2. Lebensalter und geistige Leistungsfähigkeit
  3. Das Aktivationsmodell
  4. Der mentale Aktivitätszyklus
  5. Das Gehirn und geistige Vorgänge

 

 

1 Auf den Arbeitsspeicher kommt es an 

Auf welche Gebiete sollen sich die Maßnahmen zur Förderung der geistigen Leistungsfähigkeit –bedeutungsgleich Intelligenz - konzentrieren?

 

Nach über 100 Jahren der Intelligenzforschung verbreiten sich informations-psychologische Modelle als Brücken zwischen Psychologie und Biologie, in denen sowohl Intelligenz- als auch Gedächtnisleistungen unter dem Gesichtspunkt der Informationsverarbeitung und -speicherung gesehen werden.

Im Zentrum des informationspsychologischen Modells, des so genannten "Strukturmodells der menschlichen Informationsverarbeitung", steht der Arbeitsspeicher (= Kurzzeitspeicher). In ihm werden Informationen unter Bewusstseinsbeteiligung verarbeitet und unmittelbar verfügbar gehalten.
 

 

Psychostrukturmodell

 

Der Arbeitsspeicher gilt als Zentrale für das Management bewusster Informationen. In ihm finden Wahrnehmungen von Ereignissen in der Umwelt statt, Erinnerungen durch Inhalte, die aus dem Gedächtnis zufließen, Denken, Planen, Entscheidungsbildung, Impulse für die Durchführung von Handlungen oder die Einspeicherung von Inhalten in das Gedächtnis.

 

Der Arbeitsspeicher setzt sich aus zwei einfachen, nicht weiter zerlegbaren Basiskomponenten zusammen, aus

 

    1)  der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit (IVG) und

    2)  der Merkspanne (= Gegenwartsdauer).

 

                                              Hier die Lösung der folgenden inhaltlichen MAT-Übung 

Inhaltliche MAT-Übung zur Beschleunigung der Kompetenz im Braintuning.MAT: Die Wörter sind falsch getrennt; trotzdem den Text verstehen

Allgemein ist noch wichtig, wie lange der Arbeitsspeicher bzw. seine beiden Komponenten auf hohem Niveau tätig sein können, also das mentale Durchhalte-vermögen.

       

Wegen der aufgezeigten zentralen Bedeutung für die geistige Leistungs-fähigkeit liegt es nahe, den Arbeitsspeicher mit seinen beiden Basiskomponenten zum Mittelpunkt eines Trainings zu machen. Ein derartiges Arbeitsspeichertraining dürfte sich an Effizienz, also Nutzen pro Aufwand, kaum überbieten lassen. Denn Veränderungen der Arbeitsspeicherkapazität wirken sich auf die mentalen Leistungen in verschiedenen Gebieten aus (Transfers). Hierzu liegen – besonders aus den letzten Jahren - über ein Dutzend an belegenden Studien vor.

 

Das Arbeitsspeichertraining kann demnach eine sehr effiziente Hilfe sein, sich wirkungsvoll mit den mentalen Anforderungen der Wissensgesellschaft auseinanderzusetzen.

 

2 Lebensalter und geistige Leistungsfähigkeit

 

Altersverlauf von IVG und Merkspanne
Ab etwa 30 Lebensjahren geistige Leistungsabnahme

 

Wie verändert sich die geistige Leistungsfähigkeit mit dem Lebensalter? Durchschnittskurven, die durch Intelligenztests ermittelt wurden, geben eine Orientierung: von der Kindheit steigt die geistige Leistungsfähigkeit, die nicht auf Wissen beruht, also die fluide Intelligenz, bis etwa zum 16. Lebensjahr an. Auf diesem Niveau bleibt das erreichte Niveau einige Jahre lang. Ab etwa 25 bis 30 Jahren fällt es kontinuierlich  ab. Durchschnittliche 60-Jährige leisten so viel wie 13-Jährige. In den letzten etwa vier Jahren vor dem natürlichen Tod beschleunigt sich die Abnahme des mentalen Leistungsvermögens.

 

Individuell kann es starke Abweichungen vom Durchschnittsverlauf geben. Zu berücksichtigen ist auch, dass beim Einzelnen oft starke Schwankungen auftreten: Einige Personen gelangen selten auf ihr individuell maximales Niveau, um sich auf dieser Grundlage mit mentalen Anforderungen auseinanderzusetzen. Anderen gelingt es häufig, ihre maximale Leistungsfähigkeit zu entfalten. Während bei ersteren die persönliche Arbeitsspeicherkapazität mit zunehmendem Erwachsenenalter sinkt, erhalten oder steigern letztere Personen sogar ihr Leistungsvermögen bis ins hohe Alter.  

Um das zu verstehen und praktisch nutzen zu können, sind Kenntnisse des Aktivationsmodells und des Aktivitätszyklus´ wichtig.

 

3 Das Aktivationsmodell

 

Aktivationsmodell
Voll wach: höchste geistige Leistungsfähigkeit

 

Welche geistige Leistungsfähigkeit zu einem aktuellen Zeitpunkt erbracht werden kann, hängt wesentlich vom allgemeinen nervösen Erregungszustand, dem Wachheitsgrad einer Person ab. Das Aktivationsmodell stellt diesen Zusammenhang dar.  

Das Mentale Aktivierungs-Training (MAT) ist mit der Absicht verbunden, jemand schnell in den optimalen Aktivationszustand zu bringen. Der optimale Zustand liegt bei einem mittleren Wachheitsgrad.

     

4 Der mentale Aktivitätszyklus

Der mentale Aktivitätszyklus besteht aus drei Phasen:

 

1)    Mentale Aktivierung

2)    Geistige Aktivität auf hohem Niveau

3)    Mentale Deaktivierung.

 

                                                           Hier die Lösung der folgenden inhaltlichen MAT-Übung

Inhaltliche MAT-Übung: Es fehlen die Buchstaben „g“, „h“ und „i“. An der richtigen Stelle einsetzen

MAT eignet sich besonders dafür, rasch geistig auf Hochtouren zu kommen, um auf diesem hohen Niveau weiter die für Schule, Beruf und Alltag wichtigen Aufgaben bewältigen zu können und sich dabei wohl zu fühlen. Die geistigen Tätigkeiten auf hohem Niveau werden, je nach Anstrengung, 20 bis 90 Minuten nicht übersteigen. Geistige Tätigkeiten auf hohem Niveau lassen sich durch so genannte "adaptive mentale Übungen" trainieren (Adaptives Mentales Training (AMT)) oder durch geistig anspruchsvolle Anforderungen in Schul-, Berufs- und Alltagssituationen erzielen.

Zur Erhaltung einer individuell maximalen Leistungsfähigkeit auf Dauer ist es unerlässlich, nach den etwa 20 bis 90 Minuten intensiver geistiger Betätigung zu entspannen, spätestens wenn Unlustgefühle auftreten. Für das Herunterfahren des Arbeitsspeichers wurde das Mentale Relaxations-Training (MRT) entwickelt.

 

Eine langfristige geistige Leistungsoptimierung erfordert eine ständige Balance zwischen Anspannung, Aufrechterhaltung der Hochleistung und Entspannung.

 

5 Das Gehirn und geistige Vorgänge

Die geistigen Vorgänge spielen sich auf der Grundlage des Gehirns ab. Wenn es nicht voll funktionsfähig ist, sind auch keine maximalen geistigen Leistungen möglich.

Durch körperliche Einflüsse (Beleuchtung, Sauerstoffkonzentration in der Umgebung, Essen, Trinken, Bewegung usw.) lässt sich die Funktionsfähigkeit des Gehirns wesentlich beeinflussen. Diese Einflussgrößen müssen aber "gehirngerecht" sein. Nur irgendetwas zu essen und zu trinken genügt nicht. Darüber ist mehr zu erfahren bei der Erörterung der SOMECO-Treppe. Ihr ist eine eigene Webseite gewidmet.

                                                                                                                                                                       19.05.2015