Die Schlüsselpersonen für die wissenschaftliche Entwicklung des Brain-Tunings

Die wissenschaftlichen Arbeiten von sehr vielen Personen bilden die Grundlage für das Brain-Tuning mit seinen GEISTIG FIT-Programmen. Die Unterrubrik "Personen der GfG" unter "Die GfG-Tradition" (linke Spalte) vermittelt einen Eindruck davon. Dort finden Sie allerdings auch nur eine Auswahl von Wissenschaftlern. Wissenschaftliche Arbeiten von ihnen haben bereits eine hervorhgehobene Bedeutung für die Entwicklung von Brain-Tuning. Das Netz an wissenschaftlichen Publikationen, die dem Brain-Tuning zugrunde liegen, ließe sich noch wesentlich feiner spinnen. Entsprechendes gilt für die Autoren dieser Veröffentlichungen. Dahinter stehen Tausende an Forschern.

Fragt man sich umgekehrt, wer die allerwichtigsten Wissenschaftler, die Schlüsselpersonen sind, ohne die es kein Brain-Tuning, verstanden als Arbeitsspeicher-Management zur Förderung der geistigen Leistungsfähigkeit und psychischen Stabilität gäbe, dann kristallisieren sich die heraus, die Wesentliches zu den ständig genutzten Erkenntnissen und Modellen beigetragen haben, die sie sogar erst möglich machten.

Die tragenden Erkenntnisse und Modelle des Brain-Tuning´ sind: 

 

Erkenntnis/
Modell

Bedeutung für Brain-Tuning

Autor(en)
Schlüssel-person

zentrale Publikation
Struktur-
modell der menschlichen Informations-verarbeitung

Geistige Leistungsförderung auf wenige Grundgrößen reduzierbar; dies führt zu einer hohen Effizienz der Konzeption und Praxis
Helmar G. Frank*
Frank HG (1960) Über grundlegende Sätze der Informationspsychologie. Grundlagenstudien aus Kybernetik und Geisteswissenschaften. Jahrgang 1, Seiten 25-36
Informations-verarbeitungs-geschwindig-
keit (IVG) ist eine wichtige Komponente der allgemeinen bzw. fluiden Intelligenz (bzw. geistige Leistungsfä-higkeit); IVG allein kann der Messung von Intelligenz dienen

Verbindung der Intelligenzpsychologie mit dem nachrichtentech-nischen Strukturmodell der Informationsver-arbeitung; Erkenntnisse von zwei Wissenschafts-traditionen können miteinander verbunden werden; dies vereinfacht die Intelligenztheorie beträchtlich
Erwin A. Roth*
Roth E (1964) Die Geschwindigkeit der Verarbeitung von Information und ihr Zusammenhang mit Intelligenz. Zeitschrift für angewandte und experimentelle Psychologie. Jahrgang 11, Seiten 616-622
Intelligenz
lässt sich auch bei "Gesunden" fördern; körperliche Maßnahmen können zur Intelligenz-förderung beitragen

Bricht mit der in Zentraleuropa vorherrschenden Einstellung, wonach sich Intelligenz in "normalen" Verhältnissen nach genetischer Vorgabe von selbst bis zum ca. 15. Lebensjahr entfaltet und ab etwa 25 Jahren wieder abnimmt; neben mentalen sind auch körperliche Maßnahmen bei der Intelligenzförderung zu berücksichtigen

Roth E, Oswald WD, Daumenlang K (1972) Intelligenz. Verlag W. Kohlhammer: Stuttgart

Intelligenz und ihre Veränderung sind mit einem einfachen Verfahren messbar
Begründet sehr praktikable geistige Leistungsmessungen sowie die Erfolgsmessung von geistigen Leistungstrainings


Oswald WD, Roth E (1978) Der Zahlen-Verbindungs-Test (ZVT) Hogrefe Verlag: Göttingen

Je größer die Gedächtnis-spanne bzw. das unmittelbare Behalten ist, desto komplizier-
tere Denkvor-
gänge werden möglich

Zur Intelligenz gehört als zweite Basiskomponente das unmittelbare Behalten (Merkspanne, Gegenwartsdauer), die neben der IVG im Strukturmodell eine unabhängige Größe ist; Süllwold hatte allerdings die Verbindungen zum Strukturmodell selbst nicht hergestellt
Fritz Süllwold
Süllwold F (1964) Das unmittelbare Behalten und seine denkpsychologische Bedeutung. Hogrefe Verlag: Göttingen
Aktivations-modell (Yerkes-Dodson-Gesetz)
Das Ausmaß der aktuellen geistigen Leistungsfähigkeit hängt nach einer umgekehrt-u-förmigen Funktion vom allgemeinen nervösen Erregungszustand (Aktivationsniveau) ab 
Robert Mearns Yerkes**
John Dillingham Dodson***

Yerkes RM, Dodson JD (1908) The relation of strength of stimulus to rapidity of habit formation. Journal of Comparative Neurology and Psychology. Jahrgang 18, Seiten 459–482 
Mentaler Aktivitäts-zyklus
Um ein langfristig hohes mentales Leistungsniveau bei psychischer Stabilität zu fördern und um dabei ein Ausbrennen (Burnout) zu vermeiden, ist es wichtig, täglich ein- oder mehrmals bei mentalen Akivitäten diese drei aufeinan- derfolgenden Phasen einzuhalten: 1) (aus dem Ruhezustand kommend) sich mental einige Minuten lang aktivieren, 2) 20 bis 90 Minuten (spätestens bis zum Eintritt von Unlustgefühlen) im Grenzbereich der individuellen geistigen Hochleistung tätig sein und 3) sich mental deaktivieren, um später wieder einen mentalen Aktivitätszyklus durchführen zu können.
Entwickelte sich im Laufe der praktischen Erfahrungen mit dem Mentalen Aktivierungs-Training (MAT) in der GfG und erhielt durch das allgemeinere, d.h. nicht auf mentale Tätigkeiten beschränkte Modell des allgemeinen Adaptations-syndroms von

 János Hugo Bruno Hans Selye****,

das bereits 1936 veröffentlicht und worden war, eine Unterstützung 

Selye H (1953) Einführung in die Lehre vom Adaptationssyndrom. Thieme Verlag: Stuttgart




*Fotos von dada.compart-bremen.de (Frank) und upload.wikimedia.org (Roth)  

**Foto von www.,biografiasyvidas.com/biografia/y/yerkes.htm

***Der Koautor Dodson hatte als Wissenschaftler eine viel geringere Bedeutung als Yerkes, was daran zweifeln lässt, dass sein Beitrag zur oben herausgestellten Arbeit an Kreativität oder gedanklicher Schärfe dem von Yerkes ebenbürtig war.    

****Da das Modell des mentalen Aktivitätszyklus´ nicht aus dem Modell des Generellen Adaptationssyndroms (GAS) abgeleitet, sondern unabhängig davon entstanden war, gilt Selye nicht als Schlüsselperson für die Entwicklung von Brain-Tuning. Die Stützung der Validität des Modells des mentalen Aktivitätszyklus´ durch die GAS ist dennoch bedeutsam.   

 

                                                                                                                                                                08.04.2015